Kunstpelz und Plüsch erobern die Wintermode

Hamburg – Der Winter kann kommen, denn Modebewusste werden bestens ausgerüstet sein: Plüsch und «Fake Fur» heißen die beiden saisonalen Trends, mit denen man sich in der kalten Jahreszeit warm halten kann.

Fake Fur ist nichts anderes als Kunstpelz. Tierschutz und Nachhaltigkeit spielen auch in der Modebranche eine immer größere Rolle. Davon zeugt die Tatsache, dass selbst Größen wie Hugo Boss, Armani, Gucci oder Calvin Klein keinen Echtpelz mehr nutzen werden. Dazu kommt, dass es der modernen Textiltechnik mittlerweile gelingt, Kunstpelz herzustellen, der von Echtfell auf den ersten Blick nicht mehr zu unterscheiden ist.

Bei der Herstellung werden Polyacrylfasern in ein Grundgewebe aus einem Baumwoll-Polyester-Mix eingewebt. Ein Kleber verhindert, dass sie wieder ausfallen. Das ist aufwendig, mehrere Arbeitsschritte sind nötig, bis das Gewebe so echt wie möglich aussieht. Täuschend echt wirken die Stoffe inzwischen auch, weil einzelne Härchen oftmals vielfarbig sind – also an den Wurzeln dunkler und im Verlauf etwas heller, was der natürlichen Haarfarbe entspricht.

Auch Plüsch – oftmals mit Kunstpelz gleichzusetzen – ist beliebt. Vor einigen Saisons noch war es eher den Mänteln vorbehalten, nun ziert es etwa auch Pullis. «Als Alternative zu echtem Fell hat sich Plüsch bereits seit geraumer Zeit etabliert, weil das Kunstmaterial nicht nur schön wärmt, sondern auch immer hochwertiger wird», erklärt die Shopping-Beraterin Maria Hans aus Hamburg. Plüsch hat oftmals einen weniger dichten Flor als Kunstpelz, der dafür bis zu mehrere Zentimeter lang sein kann. Er ist meistens farbig.

Zu den angesagten Farben im Herbst gehören knallige Töne wie Fuchsia, Türkis oder Sonnengelb. «Das macht Plüsch zum absoluten Hingucker», findet Andrea Lakeberg, Stilberaterin aus Berlin. «Darüber muss man sich auch im Klaren sein, bevor man eines dieser Stücke kauft: Es muss zum eigenen Stil passen.»

Wem der Trend zu auffällig für den Alltag ist, sollte im Handel genauer hinschauen: «Heute werden viele Stücke angeboten, die man wenden kann», berichtet Einkaufsberaterin Maria Hans. «In solchen Fällen hat man die Wahl zwischen knallig und neutral und kann nach Lust und Laune entscheiden.» Daneben finden sich sogenannte Paintings: Auf einem unifarbenen Stück wird Farbe wie mit dem Pinsel aufgetragen – eine schöne Balance zwischen bunt und uni.

Auch eine Möglichkeit: «In diesem Herbst gibt es viele Stücke, Jacken, aber auch Pullis, die lediglich einen Plüschbesatz haben, mal an den Ärmeln, mal am Kragen», sagt Modeberaterin Ritchie Karkowski aus Timmendorfer Strand. Alternativ taugen die Accessoires etwas: «Es gibt jetzt Schuhe und sogar Handtaschen, die mit Plüsch verziert sind», berichtet Lakeberg. «Solche Accessoires können einem betont schlichten Outfit den besonderen Twist verleihen.»

Karkowski rät, zu bedenken, dass Plüsch und Kunstpelz optisch auftragen. «Daher ist es umso wichtiger, dass man auf die richtigen Proportionen achtet.» Sie gibt ein Beispiel: «Viele der aktuellen Plüschmäntel sind besonders voluminös geschnitten. Das kann toll aussehen, wenn man nicht gerade klein und zierlich ist. Denn dann verschwindet man in einem solchen Mantel.» Sie rät in solchen Fällen, besser zu einer schmal geschnittenen Plüschjacke zu greifen. «Der Plüsch selbst sollte dann auch eher flach sein.»

Pflegetipps für Kunstpelz und Plüsch

Damit man lange Freude an seinem neuen Plüschmantel oder der Jacke mit Kunstpelz hat, sollte man sie regelmäßig bürsten. Das entfernt den Straßenstaub und erhält die kuschelige Haptik. Wer mit seinem guten Stück in einen Regen- oder Schneeschauer gerät, kann es völlig problemlos trocknen: im Liegen und nicht direkt auf der Heizung. Viele der Stücke lassen sich auch mit der gewöhnlichen Waschmaschine zu Hause reinigen. Dazu packt man den Mantel oder die Jacke in einen vor der Trommelreibung schützenden Kopfkissenbezug und nutzt den Wollwaschgang.

Fotocredits: C&A,MICHAEL Michael Kors,Liu Jo,Marc Cain,Steffen Schraut,Sportalm,s.Oliver
(dpa/tmn)

(dpa)

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