Zuviel Gewicht lässt das Hirn altern

Starkes Übergewicht (Adipositas) gilt weithin als Gesundheitsrisiko. Forscher fanden jetzt Belege dafür, dass bei Betroffenen sogar das Gehirn schneller altert. "Wir haben bereits lange vermutet, dass ein hoher Body Mass Index auch dem Gehirn schadet. Jetzt haben wir direkte Hinweise dafür gefunden", sagt Veronica Witte, Leiterin der zugrundeliegenden Studie und der Forschungsgruppe Altern und Adipositas am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften.

Die Hirnforscher haben erkannt, dass bei stark Übergewichtigen innerhalb eines bestimmten Netzwerks einige Regionen schwächer miteinander verbunden sind. "Dadurch können in diesem sogenannten Default Mode Network, kurz DMN, die einzelnen Regionen schlechter zusammenarbeiten", führt Veronica Witte aus.

Das DMN wird zum einen aktiv, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf unseren inneren Zustand richten, unseren Gedanken freien Lauf lassen oder uns erinnern. Zum anderen scheint es aber auch jene Aufgaben zu unterstützen, die unmittelbar einer Handlung vorangehen oder sie begleiten, etwa wenn wir etwas gezielt planen, koordinieren, Hindernisse einplanen und unsere Impulse kontrollieren, erklärt die Neurologin. Zusätzlich gilt ein weniger vernetztes DMN als frühes Signal für ein höheres Risiko an Alzheimer-Demenz zu erkranken.

Witte fasst zusammen: "Adipositas scheint das Gehirn schneller altern zu lassen und damit das Risiko gegenüber einer Alzheimer-Demenz zu erhöhen." Sie stellt in Aussicht, in nachfolgenden Studien zu klären, ob ein radikal umgestellter Lebensstil und damit verbunden ein reduziertes Körpergewicht sich auf das DMN auswirken würden.

Fotocredits: ColiNOOB / Pixabay.com / CC0

(dpa)

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